GGU-Verfahrensbeschreibung     
Das Georadar   Seite 3 von 4

Erwägungen vor dem Georadareinsatz

Hebt sich das gesuchte Objekt durch einen ausreichenden Materialkontrast von der Umgebung ab?

Ist die Leitfähigkeit des Untersuchungsmediums so gering, daß die erforderliche Reichweite erzielt werden kann?

Ist das Untersuchungsmedium homogen oder stark gestört, so daß das zu suchende Objekt erkennbar sein kann?

Ist die Meßoberfläche ausreichend glatt, damit die Antenne dicht darübergezogen werden kann?

Können die Meßlinien so gewählt werden, daß vergleichende Messungen möglich sind?

Sind die zu erwartenden Aussageunsicherheiten akzeptabel?
 

Datenverarbeitung

Unverarbeitete Radargramme setzen sich aus dem Primärsignal (Sendesignal plus Oberflächenreflexion, siehe Abb. 3, A), dem Nutzsignal und dem Störsignal zusammen. Die Datenverarbeitung dient der Hervorhebung des Nutzsignals, der Maßstabsentzerrung sowie der Umwandlung der Laufzeit- in Tiefenangaben. Bei einfachsten Messungen und klaren Daten kann ggf. auf Datenverarbeitung verzichtet werden. In der Regel ist eine Filterung zur Unterdrückung von stochastischem und kohärentem Rauschen sinnvoll, ohne daß damit der Aufwand zu hoch wird. Wichtig ist auch eine geeignete Darstellung der Radardaten. Verfeinerte Datenverarbeitungsschritte (z.B. Migration, Dekonvolution) erhöhen den Aufwand und sind meist nur bei speziellen Problemstellungen sinnvoll.
 

Auswertung/Dateninterpretation

Da es sich bei Georadar um ein indirektes Verfahren handelt, müssen die Daten interpretiert werden. D.h., daß die Antwort auf die Fragestellung i.a. nicht unmittelbar aus den Daten abgelesen werden kann. Die Interpretation soll von erfahrenen Bearbeitern erfolgen. Bei klaren Daten kann die Interpretation sehr sicher und zuverlässig sein.  Die Dateninterpretation ist normalerweise nicht unbefangen, da Annahmen und Vorkenntnisse einfließen. Die Auswertung wird durch zielgerichtetes Suchen erleichtert. Bei sehr schlechter Datenlage sind allerdings Fehlinterpretationen oder größere Ungenauigkeiten nicht auszuschließen.
 

Tiefenangaben/Genauigkeit

Bei Georadar handelt es sich um Laufzeitmessungen. Die Laufzeitachse kann bei bekannter Wellengeschwindigkeit in eine Tiefenachse überführt werden. Da die Wellengeschwindigkeit tatsächlich nie konstant ist, ist die Tiefenachse nur eine Näherung. Insbesondere ist sie sehr unterschiedlich ober-  und unterhalb des Grundwasserspiegels.

Ohne besonderen Aufwand und bei normalen Bedingungen liegt die Unsicherheit der Angaben unterhalb von +-10% der Entfernung. Bei präzisen Messungen und günstigen Bedingungen kann die Unsicherheit wesentlich vermindert werden.

Die Genauigkeit von Tiefenangaben kann durch spezielle Georadarmessungen (z.B. CMP-Methode), Auswertung von Diffraktionen oder durch Kalibrierung an Eichsondierungen verbessert werden. Jedoch haben die Meßbedingungen meist den entscheidenden Anteil an der Ungenauigkeit.

In vielen Fällen reichen Erfahrungswerte der Wellengeschwindigkeit zur groben Tiefenangabe aus.

 

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